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        Team aus Hannover und Rostock will schwarzen Hautkrebs künftig mit Haut-Scanner erkennen

        Team aus Hannover und Rostock will schwarzen Hautkrebs künftig mit Haut-Scanner erkennen

        Presseinformation vom
        © Sonja Smalian/PhoenixD
        Prof. Bernhard Roth (l.) und sein Doktorand Anatoly Fedorov Kukk beim Testen mit einem Demonstrator-Aufbau. Die Spezialbrillen schützen die Wissenschaftler vor der eingesetzten Laserstrahlung. Foto: Sonja Smalian/PhoenixD
        © Sonja Smalian/PhoenixD
        Nahaufnahme einer Messsonde des optischen Systems, die für den klinischen Einsatz weiterentwickelt wird. Foto: Sonja Smalian/PhoenixD

        Leibniz Universit?t Hannover und Universit?tsmedizin Rostock erhalten F?rderung für Entwicklung einer operationsfreien Diagnostik für Melanome

        Der schwarze Hautkrebs (kutanes Melanom) breitet sich immer weiter aus. Allein in Deutschland diagnostizieren derzeit ?rzte bei rund 25.000 Frauen und M?nnern diese gef?hrlichste aller Hautkrebsvarianten im Jahr, Tendenz steigend. Je sp?ter der Krebs erkannt wird, desto geringer sind die Heilungschancen. Die durchschnittlichen Behandlungskosten je Patientin/Patient steigen von wenigen tausend Euro (Stadium I) auf mehrere hunderttausend Euro (Stadium III/IV) deutlich. Derzeit kann nur nach der chirurgischen Entnahme einer Hautver?nderung und einer Laboranalyse eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Best?tigt sich der Verdacht auf ein Melanom, muss in einer zweiten Operation verbliebenes Tumorgewebe mit Sicherheitsabstand g?nzlich entfernt werden, und die angrenzenden Lymphknoten h?ufig gleich mit.

        Damit künftig die Diagnose sicherer, schneller und kostengünstiger erfolgen kann, arbeitet ein Physikerteam der Leibniz Universit?t Hannover zusammen mit Medizinerinnen und Medizinern der Universit?ts-Hautklinik Rostock an einem neuen nicht-invasiven Diagnoseverfahren. Das Team des Hannoverschen Zentrums für Optische Technologien HOT unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Roth entwickelt dabei das optische, nicht-invasive Verfahren, die "optische Biopsie". Die diagnostische Validierung und Erprobung im Klinikalltag erfolgt im Team von Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universit?tsmedizin Rostock. Die beiden Wissenschaftler haben in mehrj?hrigen Vorprojekten bereits wichtige Vorarbeiten für die Entwicklung eines Demonstrators geleistet.

        Der geplante "Haut-Scanner" soll sowohl die Gut- oder B?sartigkeit (Dignit?t) eines Leberflecks als auch die Eindringtiefe zuverl?ssig erkennen. Dafür werden drei optische Verfahren miteinander kombiniert: Die Optische Koh?renztomografie soll Aufschluss über die Beschaffenheit dünnerer Hautmale geben. Sie ist vergleichbar mit Ultraschall, nur dass Lichtwellen anstelle von Schallwellen verwendet werden. Mit der Optoakustik wird mit einem Laser eine Schallwelle im Gewebe erzeugt, um dickere Hautmale zu analysieren. Als drittes wird die Raman-Spektroskopie eingesetzt, bei der die Streuung von Licht durch die Haut ausgenutzt wird. Dadurch hinterl?sst jeder Leberfleck einen "Fingerabdruck", der seine Gut- oder B?sartigkeit zeigt. "Derzeit kann keine andere Technologie eine nicht-invasive Diagnostik erm?glichen. Unser Ansatz ist daher eine echte Innovation auf dem Gebiet", sagt Roth, der auch im Exzellenzcluster PhoenixD neue optische Messtechniken für breite Anwendungen z.B. in Medizin oder Umweltanalytik erforscht.

        Das Verfahren bietet gleich mehrere Vorteile: Die "optische Biopsie" k?nnte künftig das Skalpell bei der Diagnose ersetzen. Denn die Hautmale werden nur nicht-invasiv durch das Auflegen des Messger?tes auf die Haut gescannt. Die Entnahme einer Hautprobe und deren Analyse im Labor entfallen ebenso wie die Zeit der Ungewissheit, bis das Laborergebnis eintrifft. Künftig wissen die ?rztinnen und ?rzte sowie ihre Patientinnen und Patienten direkt nach dem Scan, ob es sich bei der Hautver?nderung um einen b?sartigen Tumor handelt oder nicht. Dadurch k?nnten die Kosten für überflüssige Gewebeuntersuchungen eingespart werden, denn derzeit sind 86 bis 95 Prozent der entnommenen Gewebeproben unauff?llig bzw. gutartig.

        Der neue Hautscanner arbeitet mit Künstlicher Intelligenz. Dadurch kann die Diagnostik kontinuierlich verbessert werden. "Es ist unser Ziel, dass die Untersuchungen künftig nicht mehr ausschlie?lich von einem Arzt durchgeführt werden müssen, sondern auch von nicht-medizinischen Personal", sagt Anatoly Fedorov Kukk, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. "Wenn nur zehn Prozent der Melanome in einem früheren Stadium erkannt würden, k?nnte das den Krankenkassen Kosten in vielfacher Millionenh?he pro Jahr einsparen", sch?tzt Emmert und fügt hinzu: "Das neue Ger?t k?nnte auch für andere Hautkrankheiten eingesetzt werden und zu ganz neuen Ans?tzen in der Therapiekontrolle führen." Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f?rdert die Erforschung der "optischen Biopsie" mit rund 1,1 Millionen Euro und insgesamt drei Mitarbeiterstellen in Hannover und Rostock über eine Laufzeit von drei Jahren.

        Der Exzellenzcluster PhoenixD

        Im Exzellenzcluster PhoenixD der Leibniz Universit?t Hannover forschen mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Informatik und Mathematik fachübergreifend zusammen. Der Cluster lotet die M?glichkeiten aus, die sich durch die Digitalisierung für neuartige optische Systeme sowie ihre Fertigung und Anwendung ergeben. In den Jahren 2019 bis 2025 wird der der Cluster mit rund 52 Millionen Euro vom Bund und dem Land Niedersachsen über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gef?rdert. Kooperationseinrichtungen des Clusters sind die Technische Universit?t Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und das Laser Zentrum Hannover e.V.

         

        Hinweis an die Redaktion

        Die Wissenschaftler stehen für Fragen zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an:

        Prof. Dr. Bernhard Roth, Leiter der Task Group F1 - Precision Metrology im Cluster PhoenixD und Gesch?ftsführer HOT - Hannoversches Zentrum für Optische Technologien, Tel. +49 511 762 17907, E-Mail: bernhard.roth@hot.uni-hannover.de

        Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universit?tsmedizin Rostock, Tel. +49 381 494 9700, E-Mail: Steffen.Emmert@med.uni-rostock.de

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